Regensburg war Hauptstadt, Herzogsresidenz, Handelsmetropole und auch mal bedeutungslose Provinzstadt.
Ohne Grund gilt Regensburg nicht als Unesco Weltkulturerbe. Mit über tausend Einzeldenkmäler ist Regensburg bestimmt das am besten erhaltene Altstadtensemble in Deutschland. Nein, Regensburg ist eine junge Stadt. Mit über 30.000 Studenten pulsiert das Leben in der Altstadt.
In Regensburg steht man vor der Entscheidung, wo man sich überlegen muss womit man mit seinem Rundgang anfangen soll. Ein zeitliche Einordnung oder nach Einzeldenkmälern, welche einem auf dem Weg begegnen.
Gut, ich habe entschieden. Nehmen wir die Baudenkmäler und laden uns zunächst bei der momentan berühmtesten Persönlichkeit aus Regensburg ein. Unsere Gloria von Thurn und Taxis.
Vom Schloß Thurn und Taxis zur Steinernen Brücke.
Umschreiben wir kurz die Geschichte des Schlosses, was im Grunde genommen ja eigentliche keines war. Im 8. Jahrhundert wurde am jetzigen Standort ein Kloster gegründet und dies war es auch bis 1810, wo es nach der Säkularisation dem Geschlecht Thurn und Taxis im Gegenzug zu den Postrechten übereignet wurde. Auch waren im Grunde die Thurn und Taxis kein Adelsgeschlecht. Hierzu gibt es dazu eine interessante Geschichte, welche Ihnen bei einer Schloßführung erzählt werden wird.
Gehen wir weiter in Richtung Innenstadt überqueren den Emmeramsplatz und folgen der Oberen Bachgasse zur Unteren Bachgasse mit deren vielen Einzeldenkmälern in Richtung Mitte der Altstadt. So überqueren wir auch die Gesandtenstraße. Wieso Gesandtenstraße?
Dieser Name leitet sich von den Gesandten der damaligen Welt ab, welche sich zu den Reichstagen (der immerwährende Reichstag) in der Stadt befanden und dort Quartier bezogen.
Der immerwährende Reichstag (also der Saal, immerwährend oder umgangssprachlich ewig hatte sich das Reich nun nicht gehalten) befindet sich heute noch im Rathaus. Hier wurden geflügelte Worte geprägt, wie zum Beispiel: „am grünen Tisch entscheiden“ Es gab damals dort einen grünen Tisch – oder „auf die lange Bank schieben“ Es gab damals dort eine lange Bank.
Parallel zur Unteren Bachgasse, in der Wahlenstraße befindet sich unter anderem der "Goldene Turm", der "Goldene Turm" ist ein Geschlechterturm aus dem 12. Jahrhundert. Diese findet man eigentlich üblicher Weise nur noch in Italien, wie zum Beispiel im mittelalterlichen San Gimiliano, dem toskanischen Manhattan. Regensburg hat davon noch ca. 20 Türme, und ist somit das oberpfälzer Manhattan. Reiche Handelsleute (Patrizier) zeigten damit Ihren Reichtum und Ihren Status, welchen diese in der Stadt inne hatten. Je höher der Turm, desto reicher der Patrizier. Was dem einen heute sein Porsche ist, war dem damals sein Turm.
Auch hier zeigt Regensburg seine Verbindung zu Italien und wird nicht umsonst die nördlichste Stadt Italiens genannt.
Die untere Bachgasse führt uns zum Kohlenmarkt. Auch dieser Platz sagt bereits aus, was dort im frühen Mittelalter stattfand. Früher haben dort Kohlenhändler an Schmiede und Bürger ihre Ware verkauft.
Geht man weiter in Richtung Goliathstraße und schaut quer auf den Zieroldplatz fällt einem das Denkmal von Don Juan d´Austria auf. Dieser war der Sprößling einer Liebschaft zwischen der wunderschönen dunkelhaarigen Barbara Blomberg (ob Sie nun dunkelhaarig war, weiß ich nicht, persönlich verbinde ich eine Barbara mit diesen Attributen) und Kaiser Karl dem V. Er hatte sie aber nie geehelicht.
Don Juan, also der uneheliche, aber leibliche Sohn ist durch die Schlacht auf dem Meer bei Lepanto gegen die osmanischen Krieger berühmt geworden. Diese hatte er vor über 500 Jahren gewonnen.
Die Goliathstraße hat Ihren Namen vom Goliathaus, eine imposante von Zinnen gekrönte Hausburg aus dem 13. Jahrhundert. Die Front dieser Hausburg zeigt eine Szene vom Kampf David gegen Goliath von um 1570. Interessant an dem Gebäude ist, dass man vermutet, dass diese Front auf den Fundamenten der nördlichen Römermauer des Legionslagers Castra Regina gebaut wurde.
Direkt gegenüber befindet sich die Bruckstraße, welche zur eindrucksvollen „Steineren Brücke“ führt.
Der Baubeginn, man geht davon aus war um 1135. Diese Brücke gilt als die älteste erhaltene Brücke Deutschlands und es ranken sich viele Geschichten um diese. Auch sagt man, dass dort der erste Imbissladen der Welt entstanden war, welcher heute noch bewirtschaftet wird.
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